ALITOR im Handwritten-mag.de

ALITOR im Handwritten-mag.de
Author: Mario ; Rating: 4,2/5

Alitor – II (Doc Gator Records / Ragnarök Records, 27.11.2020)
Serbien ist jetzt auch nicht gerade als europäische Metal-Hochburg bekannt. Deswegen umso schöner, wenn man mal ein sauberes Stück harte Musik von dort auf den (virtuellen) Schreibtisch geknallt bekommt. Alitor heißt das entsprechende Quartett und „II“ ist – ihr ahnt es sicher schon – selbstverständlich ihr zweites Album. Und ein ziemlich gelungenes!
Stilistisch hat man sich ganz dem Thrash Metal verschrieben. Und zwar mit deutlicher Bay-Area-Prägung. Allerdings nicht in der einfachen Hau-Drauf-Version, sondern Alitor schwingen spielerisch ein etwas schärferes Florett. Besonders der Einfluss von Truppen wie Heathen und Forbidden ist eindeutig zu spüren. Trotzdem schafft es die Band ihren eigenen Ton zu finden.
Schwungvoll wirbelnd, mit verspielten Gitarren ist dieser. Der Gesang ist eher zweckdienlich (wenn auch keineswegs störend), man stürzt sich lieber mit vollem Elan in seine eigenen Songs. Und jene sind durchaus spannend. Von Minute 1 an reißen Alitor den Thrash-Freund unheimlich mit. Die Eröffnung „The Tempest Within“ ist in ihrer Art gleich ein kleines Highlight und gibt die Marschrichtung für das Folgende vor. Dabei geht der Vierer nicht gerade immer den Weg des einfachsten Widerstands, sondern lässt seine Songs auch mal etwas kreisen und verwinkeltere Wege gehen. Selbst eine vermeintlich straighte Nummer wie „Fall.Ing“ reichert man mit technisch anspruchsvoller Gitarrenspielerei an.
In der vom anfangs eklektischen Instrumental „Euphoria“ eingeläuteten zweiten Hälfte schlägt man aber auch mal einen etwas anderen Ton an. „Consecration“ gibt sich plötzlich ziemlich eingängig und geradlinig, hat sogar einen modern angehobenen Refrain mit an Bord. „The Warm Wind“ mit Gastsänger Luka Matkovic geht noch ein bisschen weiter und gibt sich komplett einer zeitgemäßen Interpretation von Thrash Metal mit Wucht, Melodie und Groove hin. Ein kleiner, wenn auch überraschender Farbtupfer.
Das giftige „Some Sort Of Truce“ geht allerdings wieder den vorher gepflügten Weg und führt das Album zu einem standesgemäßen Ende. Und ich muss schon sagen, dass es mich echt positiv überrascht hat. Daumen hoch für Alitor!
Zu haben auf farbigem Vinyl über Doc Gator Records und als CD über Ragnarök Records.
4,2/5

 

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Reviews "ALITOR - II"

  • ALITOR im DarkScene.at

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    Alitor - II (CD)
    Label: Doc Gator Records
    VÖ: 27.11.2020
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