POTENTIAL THREAT SF in Powermetal.de

POTENTIAL THREAT SF in Powermetal.de

Autor: Holger Andrae; Rating 9/10

POTENTIAL THREAT SF - Threat To Society
Threat To Society

Auch im Soundcheck: Soundcheck 07/2019
19.07.2019 | 10:10

Knusper-Thrash aus der Bay Area!

Wie lange geistern die Noble-Brüder eigentlich schon durch die Szene? Irgendwann Mitte der 80er gab es bereits erste Demos der beiden Brüder, ohne dass ich damals besonders begeistert gewesen wäre. Das Interesse meinerseits resultierte mehr aus den geographischen Gegebenheiten, denn aus der musikalischen Qualität. Thrash aus der Bay Area ist halt immer reizvoll, auch wenn die Songs damals noch recht simpel und beinahe punkig klangen. Die Band versank in den 90ern in einem schwarzen Loch und meldete sich im Jahr 2002 mit einem Demo zurück. Es vergehen drei weitere Jahre bis eine EP erscheint, die ich auf diesen Seiten positiv bewertet habe. Seither sind zwei Longplayer in Eigenregie veröffentlicht worden, die eine stetige Steigerung anzeigen konnten. Zu meiner größten Freude erscheint 'Threat To Society' nun beim deutschen Label Ragnarök Records, welches uns in letzter Zeit so einige Leckeris auf den Plattenteller serviert hat.

Legt man "Threat To Society" ein, so bekommt nach einem kurzen Intro mit 'Path Of The War Machine' gleich einen ordentlichen Eindruck von dem, was während der insgesamt elf Songs zu hören sein wird. Es ist unverkennbar Thrash aus der Bay Area, wobei ich bei POTENTIAL THREAT auch noch Parallelen zu Bands aus anderen Ecken des nordamerikanischen Kontinentes hören kann. So erinnern mich die Gesangsmelodien nicht selten an die eines gewissen Phil Rind aus Arizona, der gern mal in Nicaragua mit dem Surfbrett unterwegs ist.

Mike Noble hat eine sehr angenehme Art seine raue Stimme einzusetzen. Wie ein Peilsender lotst er den Hörer mit widerhakenden Melodien durch das Riffgestrüpp und sorgt dafür, dass alle Nummern trotz hohem Aggressionspotential wunderbar eingängig sind. Natürlich tragen die klug eingebauten Gang-Shouts ebenfalls ihren Teil zu diesem Eindruck bei, aber die Gesangsführung ist schon extrem originell.

Wenn ich von einem Riffgestrüpp schreibe, meine ich natürlich nicht die Art von Rumpelgeballer, welches Gestrüppmetal-Bands unter dem Deckmantel "Musik" auf unbedachte Hörer ablassen. Nein, ich meine knuspriges Bay-Area-Geschrubbe, welches mit saftigen Cerealien angereichert wunderbar schmackhaft aus den Boxen spritzt. Manchmal glaube ich eine Mischung aus tollen TESTAMENT-Tagen und METALLICA zu "Master Of Puppets"-Zeiten zu hören, aber dazu ist die Musik von POTENTIAL THREAT auch wieder zu eigenständig. Ich denke aber, ihr bekommt so einen ziemlich guten Eindruck, was Euch hier erwartet.

Wer dennoch Anspieltipps geliefert haben möchte, dem schlage ich neben dem bereits genannten Eröffnungsgewitter noch das herrlich hackende 'Cry Of The Wolf' vor, welches schnell als Highlight herausstechen kann. Außerdem kann noch 'Preemptive Strike' mit schönem Akustikintro punkten und das rattenscharfe 'Victims Of The Fall' mit grandiosem Chorus. Wem das noch nicht ausreicht, der hört halt das abschließende 'Into The Black' und wird schnell begeistert sein.

Wer Probleme hat, dieses feiste Thrash-Geschoss zu bekommen, wendet sich einfach an das Label direkt.

Note:
9.00
Redakteur:
Holger Andrae

 

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