Interview with Tyrant's Curse in Neckbreaker.de

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Interview mit Andreas Leyer (Tyrant´s Curse)

Geschrieben von Ralf
Kategorie: Interviews
Veröffentlicht: 22. Mai 2021


Dass es sich bei TYRANT'S CURSE tatsächlich um eine One-Man-Army handelt, sprich alle Instrumente plus Gesang wurde von einer Person im Alleingang erledigt, handelt, kann man kaum glauben, wenn man sich deren zweites Album „Modern Babylon“ anhört. So muss Power Metal 2021 klingen. Mastermind hinter dem Ganzen, Andreas Leyer hatte folgendes zu berichten.
Ralf: Sei mir gegrüßt Andreas, wie geht’s Dir im Corona-Wahn?


Andreas Leyer: Hi Ralf, danke mir geht es gut. Ich habe einen festen Job als Lehrer, bin gesund und befinde mich dadurch in einer in der heutigen Zeit privilegierten Situation, so dass ich definitiv keinen Grund zur Klage habe. Natürlich nervt die ganze Coronascheiße tierisch und wir konnten z.B. mit IGNITION keine einzige Show zu unserem letztjährigen Album „Call Of The Sirens“ spielen und ich vermisse es natürlich auch zu proben oder mit Freunden Konzerte zu besuchen. Im Vergleich zu all den Menschen, Bands, Veranstaltern und Clubs, die um ihre Existenz bangen müssen, wäre es aber mehr als vermessen und unanständig sich zu beklagen.
Ralf: Vorbildlich! Zuerst einmal Gratulation zum neuen, gelungenen Album „Modern Babylon“. Ist es letztlich so geworden, wie geplant?
Andreas Leyer: Ich bin sehr zufrieden mit dem Endergebnis und vor allem wahnsinnig stolz, das Album mit Hilfe von Doc Gator Records auf Vinyl und Ragnarök Records auf CD rausbringen zu können. Die Unterstützung der Jungs ist phänomenal und ich bin sehr dankbar, mit so großartigen Leuten zusammenarbeiten zu dürfen.


Ralf: Hast Du tatsächlich alles alleine gemacht?


Andreas Leyer: Ja, das Songwriting und das Recording habe ich komplett alleine gemacht. TYRANT´S CURSE ist zu aller erst mein persönliches Refugium vom Alltag und ich finde es einfach entspannend, mich in mein kleines Studio einzuschließen und kreativ zu sein und zwar wann immer ich will. Beim ersten Album „Symbiosis“ habe ich sogar noch Mix, Mastering und Covergestaltung übernommen. Das habe ich dieses Mal abgegeben.


Ralf: Die Drums klingen ein bisschen steril, sind die programmiert?


Andreas Leyer: Ja, die sind in der Tat nicht echt, da hören meine Fähigkeiten dann auf und auch meine finanziellen Möglichkeiten mit einem echten Schlagzeuger ins Studio zu gehen. Das ist einfach nicht drin. Ich finde aber trotzdem, dass Shasank da beim Mix was Geiles draus gezaubert hat.


Ralf: Wie ging die Studioarbeit von statten, Oliver von Doc Gator Records und Shasank Venkat von AGAINST EVIL waren dann für den Mix zuständig, right?


Andreas Leyer: Shasank ist für Mix und Mastering verantwortlich. Gegen Ende des Produktionsprozesses, als ich zunächst auch Mix und Mastering selber machen wollte, zeigte sich, dass ich mich total verzettelt hatte, keine Distanz mehr gefunden hatte und die Ergebnisse immer schlechter wurden. Gerade vor dem Hintergedanken, dass die Scheibe auf Vinyl und CD veröffentlicht wird, bin ich dann irgendwann echt unruhig geworden. Oliver von Doc Gator hat dann vorgeschlagen, Shasank von AGAINST EVIL für den Mix und das Mastering zu engagieren. Der hatte sofort Interesse und ich habe ihm dann alle Spuren geschickt. Das Ergebnis klingt echt super und ich bin echt froh, diesen Schritt gemacht zu haben.


Ralf: Was sind Deine größten Einflüsse?


Andreas Leyer: Meine größten Einflüsse sind mit Sicherheit die alten HELLOWEEN, QUEENSRYCHE, FATES WARNING oder auch NEVERMORE.


Ralf: Gibt's da textlich ein Konzept oder sind alle Songs voneinander unabhängig?


Andreas Leyer: Das Album ist jetzt kein Konzeptalbum mit einer durchgehenden Story, aber die meisten Texte handeln von meiner Sicht auf das, was so um mich herum passiert. Es ist erstaunlich, wie wir es immer wieder schaffen, uns selbst zu überschätzen und sehenden Auges alles zerstören, was wir aufgebaut haben. Dadurch kam dann auch der Text zu „Modern Babylon“ zustande und ich fand dieses Bild als Albumtitel direkt echt stark. „Fields Of Gold“ z.B. handelt davon, dass ehemalige Soldaten nicht mehr in der Realität klarkommen, auf der Straße leben müssen und die Dankesbekundungen für ihren Dienst eigentlich nicht mehr als Worthülsen sind. Auf die Textidee bin ich während eines USA Urlaubs gekommen. „Ego Shooter“ geht in eine ganz andere Richtung und handelt davon, dass jemand aufgrund seines exzessiven Konsums von Computerspielen irgendwann Fiktion und Realität nicht mehr auseinanderhalten kann und glaubt, von den Opfern gejagt zu werden, die er im Spiel erschossen hat.


Ralf: Der Name klingt ziemlich klischeehaft, aber bei Deinen Texten sparst Du das aus...Wie siehst Du das?


Andreas Leyer: (Haha) Ja, der Name ist durchaus klischeehaft, aber das ist auch so gewollt, ich wollte definitiv einen Namen, der nach Heavy Metal klingt. Textlich liegt es mir aber nicht, über Drachen, Schlachten oder Panzer zu schreiben. Das überlasse ich lieber anderen Bands, die das besser können. Ich schreibe wie gesagt über das, was mir im Kopf rum spukt. Das sind oftmals gesellschaftliche Themen, Geschichten oder Bücher, die ich gelesen habe oder auch Filme, die ich gesehen habe. Metal bedeutet für mich auch nicht gleichzeitig Klischees abarbeiten zu müssen. Metal muss für mich ehrlich und authentisch sein und ich bin halt kein Maschinengewehr schwingender, Met saufender Drachentöter. So, jetzt hätten wir die Klischees doch noch untergebracht (hahaha)


Ralf: Wenn Du das aktuelle Album mit dem Vorgänger vergleichst, wo siehst Du Fortschritte?


Andreas Leyer: Schwer zu sagen. Ich glaube, dass die Songs insgesamt durchdachter, vielfältiger und reifer klingen. Das erste Album ist tatsächlich aus reiner Langeweile entstanden, ohne dass ich mir groß Gedanken gemacht habe, in welche Richtung das Ganze gehen sollte. Ich wollte nur was anderes machen, als bei meiner Band SINFORCE (obwohl das Album erst 2020 erschienen ist, waren die Songs von „Symbiosis“ schon Ende 2018 vor meinem Einstieg bei IGNITION fertig). Modern Babylon klingt „erwachsener“, die Gitarrenarbeit ist auch in meinen Augen vielschichtiger und ich wusste genau, wohin es gehen sollte.


Ralf: Wenn Corona vorbei ist oder einige Dinge gelockert werden, freuen wir uns ja alle auf Konzerte. Du sicher auch. Hast Du eine Liveband beisammen oder siehst Du das Ganze nur als Studioprojekt?


Andreas Leyer: Man soll zwar niemals nie sagen, aber TYRANT´S CURSE sind zunächst mal nur ein Studioprojekt. Sobald der ganze Wahnsinn vorbei ist liegt mein Focus live auf IGNITION. Wir können es kaum erwarten, endlich wieder auf die Bühne zu kommen.
Ralf: Das Cover finde ich sehr interessant. Sieht düster aus...


Andreas Leyer: Ja, düster finde ich super! Ich hatte ehrlich gesagt keine wirkliche Vorstellung davon, wie genau das Cover aussehen sollte und hatte passend zum Titel nur die Idee mit einem modernen Turm zu Babylon in einer dystopischen Umgebung. Andrej Bartulovic von ALL THINGS ROTTEN hat dann einfach mal losgelegt und das Ergebnis ist fantastisch geworden. Der Typ ist ein Genie!


Ralf: Du hast ja mehrere Bands gleichzeitig, wie bekommst Du das geregelt?


Andreas Leyer: Das ist im Moment gar nicht so schwierig, wie es sich anhört. Mit IGNITION nutzen wir gerade die Zeit und schreiben an unserem dritten Album, nachdem wir Dank Corona zu unserem letztjährigen Album „Call Of The Sirens“ ja gar nicht auf Tour gehen konnten. Mit SINFORCE haben wir vor zwei Jahren angefangen, neues Material zu schreiben, waren aber seitdem nicht wirklich aktiv. TYRANT´S CURSE ist wie gesagt meine Ausgleich. Ich schreibe permanent an neuer Musik und wenn die nicht zu SINFORCE oder IGNITION passt, dann auf jeden Fall zu TC und dann nehme ich die auf. Ich bin total musikverrückt, was soll ich sonst anderes machen (hahaha), vor allem, wenn man ja im Moment so wieso mehr zuhause ist, als einem manchmal lieb ist.


Ralf: Wie wurdest Du damals mit dem Metalvirus infiziert?


Andreas Leyer: Das muss so mit oder zwölf oder dreizehn Jahren gewesen sein. Mein erster Kontakt waren da tatsächlich die SCORPIONS. Ich habe allerdings sehr schnell deren alte Scheiben lieben gelernt. Dann habe ich irgendwann eine Plattensammlung eines Arbeitskollegen meines Vaters geschenkt bekommen, mit MAIDEN, MERCYFUL FATE, DIO, HELLOWEEN und später kamen dann Bands wie DREAM THEATER und FATES WARNING dazu. Heute höre ich fast alles, was mit Metal zu tun hat, auch Hardcore oder Alternative. Sich bei der Musik zu limitieren ist in meinen Augen das Falscheste, was man machen kann. Wenn Musik einen packt, ist das Genre zweitrangig, da gibt es so viel zu entdecken. Death Metal habe ich zum Beispiel erst sehr spät für mich entdeckt.


Ralf: Danke für Deine Ausführungen, Hast Du noch ein paar Worte an unsere Leser?


Andreas Leyer: Ich hoffe zunächst mal, dass ihr alle gesund seid und wir uns bald wieder auf Konzerten vor der Bühne oder an der Theke treffen können!! Bis dahin unterstützt die Bands, teilt ihre Videos, kauft deren Alben und rennt ihnen die Türen ein, sobald es wieder Konzerte gibt. Danke auch für all das positive Feedback, das ich bislang zu Modern Babylon bekommen habe!!
Passt auf euch auf und bleibt gesund!

 

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